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Geschichten und Erfolge
Natürlich sind alle Tiere, die gerettet werden konnten, ein besonderer Erfolg für mich!
Folgend möchte ich euch jedoch einige Hunde und ihre Geschichte näher vorstellen......
Nando
Nando ist mein größter Erfolg bisher, denn für ihn konnte ich ein wunderbares neues Zuhause finden!!!
Nando fand ich im Mai. Er war in erbärmlichem Zustand und zum Skelett abgemagert, hatte extrem durchgedrückte Vorderfüße, starke Demodexräude mit kahlem Hals und vielen anderen kahlen Stellen und überall Eiter an seiner Haut. Auch hatte er eine große Wunde am Hinterbein. Sein ehemaliger Besitzer wollte jedoch noch 10 Euro für ihn kassieren! Na, die hab ich dann gern bezahlt.
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Als ich ihn aus der Box holte sprang er mir sofort auf und klammerte sich an mich, das macht er heute noch bei jedem Besucher. Er stank fürchterlich und hatte viele Zecken. Ich hab ihn dort erst mal gebadet mit Shampoo und bin dann an den Strand und hab ihn im Meerwasser aufweichen lassen damit sich seine Krusten lösen. Nando war ein Bild des Jammers, klapperdürr und sein Gang war mehr ein Stolpern.
Dann wurde er zusehends munterer und fitter im Lauf der nächsten Monate und er spielte viel mit Coco. Nando wurde mein Schatten, schlimmer als Blue musste er immer überall dabei sein und neben mir stehen. Blue und Baer wollte er sich auch nicht unterordnen und hat sie immer angeknurrt. Nando entwickelte sich immer mehr zu einem bildhübschen Schaeferhund und seine Demodex konnte ich mit Ivermec immer noch gerade so unterdrücken. Die ersten Wochen fraß er extrem viel, teilweise 3 ganze Hühner in kleinen Mengen über den Tag verteilt. Aber er musste ja auch soviel aufholen.
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Meiner Freundin Regine, die hier in der selben Strasse wohnt, habe ich natürlich immer von Nando erzählt und sie kannte ihn auch vom ersten Tag an. Sie hat schon einen Hund mit Demodex Räude und somit viel Erfahrung und Wissen über diese Krankheit. Dann habe ich ihr Nando zu ihrem Geburtstag im September geschenkt und sie hat ihn angenommen!! Seither lebt er nun bei Regine und ihrem Mann, ihren 5 anderen Hunden und zahlreichen weiteren Tieren und ist sehr glücklich.
Leider ist seine Räude bei Regine noch einmal stark ausgebrochen aber nun ist inzwischen alles gut abgeheilt und er hat wieder herrliches Fell. Auch wurde er mittlerweile bei Regine kastriert und sein innen liegender Hoden entfernt. Eine schwere Operation die er auch gut hinter sich gebracht hat.
Ich bin sehr glücklich dass Nando ein so schönes und fürsorgliches neues Zuhause gefunden hat – vielen Dank Regine!
Ein ganz besonderer Dank geht auch an Evelyne Bader und Volker Lantelme, die mir umfangreiche Parasitenmittel und Medikamente geschickt haben. - vielen Dank liebe Evelyne und lieber Volker!
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Nando noch sehr dünn
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Nando sichtlich erholt am Strand
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Baer
Baer ist mir zuerst wegen seinem penetranten Geruch aufgefallen. Baer hatte eine starke Ohrenentzündung und viele Maden lebten in seinem Ohr. Er hatte natürlich große Schmerzen und lag immer müde unter einem Busch, natürlich nahm ich ihn gleich mit. Wochenlang reinigte ich morgens und abends sein Ohr und gab Ohrentropfen, Antibiotika und auch homöopathische Mittel. Leider wollte es nicht heilen und der Kampf gegen die Fliegen nicht enden. Dann entschloss ich mich ihn operieren zu lassen. Da meine Mittel zu der Zeit schon sehr gering waren, hatte Andrea die Idee zu einem Spendenaufruf im Doggenforum. In kürzester Zeit spendeten dort liebe Hundefreunde genügend Geld für Bärchens OP und die erforderlich langwierige Nachbehandlung.
Er hat die Operation gut überstanden, ist gesund, munter und schmerzfrei. Man muss halt nun etwas lauter mit ihm reden!
An dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei den lieben Doggenforianern ganz herzlich für ihre spontane Hilfe und großzügigen Spenden bedanken!!
Ein ganz besonderer Dank geht auch an Dorothee Reinalter, die mir homöopathische Mittel und Ohrenlösungen für Baer gesendet hat, sowie an Peggy Schleuer für das umfangreiche Verbands- und Nachsorgematerial - vielen Dank liebe Dorothee und Peggy!
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Baers schlimme Ohrenvereiterung nach der OP
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Heute geht es ihm endlich wieder gut.
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Mandy
Mandy habe ich gemeinsam mit ihren 2 Schwestern Mausi und Pinky gefunden. sie waren erst ca. 2 Monate alt und erschienen soweit gesund jedoch hatten sie viele Zecken am Leib. Mausi hustete immer ein wenig aber ansonsten waren sie fit. Dann nach kurzer Zeit bekamen alle drei plötzlich hohes Fieber und ich gab ihnen fiebersenkende Mittel. Bei Mausi war es am nächsten Tag vorbei, leider ging es Mandy und Pinky nicht besser und sie bekamen auch Durchfall. Ich gab ihnen von nun an Antibiotika und Pinky gesundete in ein paar Tagen wieder. Bei Mandy wurde trotz bester Pflege der Durchfall immer schlimmer und blutig, auch erbrach sie sich oft und wollte nichts mehr fressen. Bei mir war nun höchste Alarmstufe angezeigt und ich habe ihr mehrmals täglich spezielle Flüssigkeit aus Infusionsbeuteln subkutan unter die Haut gespritzt, sie lief immer mit mehreren Wasserbeulen am Körper hier herum. Auch bekam sie Vitamin K Spritzen. Tag und Nacht umsorgte ich die kleine die ja der scheueste Hund ist den ich jemals hatte und sie liess alles über sich ergehen. Nach einigen Tagen hörte der Durchfall auf und sie begann wieder zu trinken und dann auch zu fressen - es war überstanden! Ich bin sehr glücklich dass ich es mit Mandy geschafft habe, oft hilft leider bei so jungen Hunden gar nichts mehr bei diesen Virusinfektionen. Heute ist Mandy ein fitter und quirliger Junghund und sie ist auch schon viel zutraulicher geworden, vor allem nachts schläft sie bei mir im Bett und kann gar nicht genug bekommen vom kuscheln.
Holly
Im Thailand Forum bin ich auf ein deutsches Urlauberpaar aufmerksam geworden, die einen Hilferuf hineingesetzt hatten, weil sie einen Hund mit nach Deutschland nehmen möchten jedoch schon bald abreisen mussten, aber der Hund noch nicht mitkann. Er muss erst tollwutgeimpft sein und 4 Wochen nach der Impfung muss Blut nach Deutschland zur Titerbestimmung geschickt werden. Dann muss der Hund immer noch 2 Monate hier bleiben bis er nach Deutschland fliegen kann. Sie waren so verzweifelt weil sie nicht wussten was aus 'Holly' werden soll wenn sie nicht mehr in Thailand sind. Hab mir gedacht wenn schon mal jemand einen Hund von hier mitnehmen möchte, dann sollte das nicht scheitern und da muss man helfen! Ich habe ihnen also mitgeteilt, dass ich mich anbiete die Kleine einstweilen aufzunehmen und später nach Deutschland zu schicken, falls alle Stricke reißen und sie keine andere Möglichkeit finden. Die Frau (Edith) hat mich daraufhin angerufen und so landete Holly hier am nächsten Tag! Leider war Holly sehr gestresst und apathisch als sie ankam und machte einen sehr kranken Eindruck. Als es am nächsten Tag nicht besser war bin ich mit ihr zum Tierarzt und sie bekommt nun Medizin. Nun geht’s ihr aber schon besser und sie hat sich gut eingelebt. Sie ist eine recht verschmuste, ruhige aber auch sehr selbstbewusste Hundedame. Ich hoffe alles klappt gut und sie kann in knapp 3 Monaten zu ihren 'Rettern' nach Deutschland fliegen!!
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| Holly (links) im Bett |
 | Holly (rechts) mit Coco |
Blue – eine thailändische Dogge
Es ist wieder einmal ein unterträglich heißer Nachmittag als Elfe den Jeep vor dem Shop parkt und langsam in den Laden geht. Vorbei an Käfigen in den verschiedensten Größen in denen Hunde in allen Stimmlagen und Temperamentsgraden sogleich auf sie losbellen. Der Geruch von Urin und Kot steigt ihr beißend in die Nase. Sie sieht dass sich die Besitzerin des Ladens im hinteren finsteren Teil des Geschäfts gerade mit einem Kunden unterhält.
Langsam geht Elfe an den aufgestapelten Käfigreihen vorbei und schaut sich die kleinen Insassen an. Die meisten haben kein Wasser und kein Futter, kratzen verzweifelt am Gitter der Käfige und schauen erwartungsvoll schwänzelnd zu ihr auf. Andere bellen aufgeregt und veranstalten viel Wirbel. Bei den Hunden handelt es sich zum Grossteil um Welpen vieler beliebter Hunderassen - Pudel, Shitzu, Schäferhunde, Labradore, Golden Retriever, Bulldoggen und einige andere mehr.
Trotz der schwülen Hitze zieht sich plötzlich eine Gänsehaut über Elfes Arme und Rücken. Wenn sie doch nur könnte wie sie wollte... sie würde am liebsten alle dieser kleinen eingesperrten Seelen mitnehmen...ihnen etwas leckeres zu fressen geben... sie im garten toben lassen....sie am Strand rennen und schwimmen lassen..wenn nur nicht dann ein paar Tage später die Käfige wieder neu bestückt wären... plötzlich hält sie inne. In einem der Käfige hat sie etwas Ungewöhnliches entdeckt. Ein kleines Hündchen mit unproportional wirkenden Gliedmassen und riesigen Pfoten glotzt sie seltsam und regungslos an. Der kleine leuchtet richtig in dem düsteren Raum mit seiner weißen Farbe und den grau-schwarzen Flecken darauf. Elfe tritt näher an den Käfig heran und sieht dass die riesigen Kulleraugen des Hundes wasserblau sind. Der kleine starrt sie immer noch an und steht auf, nun füllt er fast den ganzen Käfig aus. So einen Hund hat Elfe hier auf der Insel noch nicht gesehen, den einzigen Hund mit blauen Augen hat sie dort ein Jahr vorher gesehen, es war ein weißer Husky. Während sie noch überlegt welche Rasse das denn sein könnte, kommt die Besitzerin des Shops herbei und erklärt dies sei ein Harlekin Great Dane und er sei sehr krank und wäre in Behandlung. Deshalb würde sie ihn auch noch nicht verkaufen wollen bevor er nicht ganz gesund ist. Schnell wendet sich Elfe wieder ab von dem Hündchen, hat sie doch selbst schon 10 Hunde zuhause um die sie sich kümmern muss.... Als sie daheim ankommt stürzen sofort all ihre Hunde herbei und begrüßen sie stürmisch, Elfe hat Mühe die 20 kg Trockenfuttersäcke die sie im Petshop eingekauft hat ins Haus zu schleppen, zu wild springen die Racker um sie herum und an ihr hoch. Das Trockenfutter dient als Basisfutter, die Hunde bekommen zusätzlich jeden Tag frisches Fleisch, Fisch und Knochen. Wann immer Elfe Zeit hat kocht sie Reis und einen riesen Topf Huhn oder Fisch und vermischt alles mit Eiern, Gemüse und Essensresten. Heute gibt es 20 frische Hühnerkarkassen - roh, Elfe hat sie auf dem Nachhauseweg noch auf dem Markt eingekauft. Die Hunde haben das frische Huhn in der riesigen Tüte natürlich längst erschnüffelt und sind umso aufgeregter. Abends dann, bei einem herrlichen Sonnenuntergang, der Himmel schimmert in den wundervollsten Lila-, Gelb- und Orangetönen, ist Elfe draußen bei den Hunden und alle rennen verspielt im Garten umher und zanken sich um alte Knochen, scherzen wild und messen ihre Kräfte. Immer wieder kommen sie zu ihr um sich Streicheleinheiten abzuholen oder Bälle und Stöckchen anzubringen.
Als sie ihren Schützlingen so zusieht, muss Elfe wieder an den kleinen Kerl im Shop denken. Wie sehr würde sie es sich wünschen er bekäme bald ein Zuhause in dem er sich entfalten kann und wo es auch Spielkameraden gibt. Elfes Hunde sind alles gerettete Straßenhunde die sie in erbärmlichem Zustand aufgenommen und liebevoll aufgepäppelt hat. Wenn sie so einen armen Wicht sieht kann sie es nicht übers Herz bringen wegzusehen, das ist ihr schwacher Punkt. In den 3 Jahren in denen sie hier auf Koh Samui in Thailand lebt ist das bisher 10 Mal vorgekommen.
So hat sich im Lauf der Jahre eine lustige Meute gebildet die Elfe sehr ans Herz gewachsen ist. Sie stellt sich vor wie es wäre die kleine seltsame Dogge hier aufzunehmen und in ihr Rudel zu integrieren. Doch dann ruft sie sich zur Räson - kann sie doch nun nicht auch noch alle armen Geschöpfe in den Zoohandlungen aufkaufen! Zu viele vernachlässigte, verletzte oder kranke Hunde vegetieren auf den Strassen schon vor sich hin und vermehren sich uferlos. Wo käme sie denn da noch hin... und außerdem, ruft sie sich ins Gedächtnis, jeder Hundekauf kurbelt das Geschäft nur noch mehr an, also muss sie hart bleiben....Zwei Wochen später ist Elfe wieder im Petshop, die Vorräte sind aufgebraucht und sie muss wieder Trockenfutter besorgen, auch bekommt sie hier einige Medikamente wie Antibiotika oder Entwurmungsmittel günstiger als beim Tierarzt. Als sie im Shop steht, sieht sie dass der Käfig mit der kleinen Dogge immer noch da ist. Der kleine blickt sie traurig an. Nachdem sie die Shopbetreiberin um Erlaubnis gefragt hat, holt Elfe den Hund aus dem Käfig. Sie setzt ihn auf den Boden und er tappt unsicher zwischen den anderen Käfigen, Futtersäcken und Regalen umher. Die Frau im Laden meint er sei schon 2 mal geimpft und er bekomme Antibiotika gegen Durchfall. Der kleine genießt es sichtlich als Elfe ihn streichelt und knuddelt und immer blicken sie seine riesigen Augen fragend an. Noch niemand habe sich bisher für diesen Hund interessiert. Elfe sagt der Frau dass es für eine gesunde Entwicklung der Welpen wichtig sei dass sie sich ausreichend bewegen können. Die Verkäuferin meint nur dass er sicher bald verkauft werde und dann könne er ja in seinem neuen Heim umherlaufen. Elfe hat auch schon bemerkt dass die Beine des kleinen durchgedrückt sind, ein Wachstumsfehler. Die Shopbesitzerin erklärt das Hündchen koste 7500 Thaibaht, das sind umgerechnet ca 150 Euro. Er sei recht „günstig“ da er ja später sehr hohe Futterkosten verursache und sie damit dann wieder gutes Geld verdienen würde. Sie habe auch extra Futter für Riesenrassen bestellt. Abends als alle ihre Hunde schon schlafen und alles ruhig ist denkt Elfe wieder an das Hündchen. Er geht ihr nicht mehr aus dem Kopf, irgendetwas an ihm hat sie vollends verzaubert. Sie beschließt das Hündchen am nächsten Tag zu kaufen....irgendwie fühlt sie sich dazu bestimmt ihn zu sich zu nehmen, Tierhandlung hin oder her - das kleine Doggelchen lässt sie nicht mehr los, sie kann an nichts anderes mehr denken... Am nächsten morgen fährt sie wieder zum Shop und erklärt dass sie nun gerne das Hundi haben möchte. Die Frau von dem Laden ist einverstanden, trotz der immer noch bestehenden Darmkrankheit, Elfe den Hund zu verkaufen, kennt sie sie und ihre Hunde doch schon lange und weiß dass sie sich gut kümmern wird. Elfe bekommt den kleinen Doggerich, seine Tabletten und ein Impfbuch und sie kauft auch noch einen Sack Trockenfutter für Welpen von Riesenrassen. Als der kleine im Auto neben ihr sitzt, beschließt sie ihn Blue zu nennen. Wegen seines traurigen Blicks und natürlich auch wegen der Augenfarbe. Beruhigend redet sie auf Blue ein und spricht seinen Namen immer wieder aus. Blue guckt jedoch nur interessiert aus dem Fenster und reagiert nicht auf ihre Worte. Bei den anderen Hunden daheim angekommen wird der kleine Neuankömmling gleich neugierig von allen beschnuppert und beäugt. Blue lässt alles cool über sich ergehen. Gleich wackelt er im Garten umher, schnüffelt fleißig und macht sein Geschäft. Als sie wenig später alle auf der Terrasse sitzen fällt Elfe auf dass Blue nicht reagiert wenn ein Hund bellt. Auch wenn sie ihn anspricht dreht er sich nicht zu ihr, das hat sie sich jedoch bisher damit erklärt dass der Kleine ja noch nicht gewöhnt ist dass man sich mit ihm abgibt. Als wieder ein Hund bellend hinter Blues Rücken zum Tor läuft und Blue nur weiterhin eine Fliege beobachtet die vor ihm auf den Fliesen krabbelt, schwant Elfe etwas....
langsam nimmt sie ihren Schlüsselbund vom Tisch und schleudert ihn einen Meter neben Blue für ihn jedoch nicht sichtbar, auf den Boden. Klirrend fallen die Schlüssel neben Blue, der kleine Welpe zeigt wieder keine Regung, pfötelt nur weiter nach der Fliege... Elfe bekommt Panik, sie steht auf und klatscht laut neben Blues Ohr in die Hände, wieder keinerlei Reaktion von ihm. Plötzlich kommt jemand und alle Hunde laufen zum Tor, Blue sieht es und läuft gleich freudig und aufgeregt hinterher. Nun ist sich Elfe gewiss - der kleine Blue ist taub! Elfes Freundin war gekommen um sich den Neuzugang im Rudel anzusehen. Blue fühlt sich gleich wohl auf ihrem Schoss und wird viel geknuddelt. Gemeinsam machen sie noch ein paar Tests um festzustellen ob der kleine Blue nicht doch etwas hören kann. Jedoch reagiert er leider auf keinerlei Laute. Später sieht Elfe im Internet nach und findet heraus dass Blue ein sogenanntes Merle Gen besitzt, daher auch seine ungewöhnliche Farbe und die blauen Augen. Solche Hunde sind oft taub, manchmal sogar blind. Dass das Merle Gen erscheint ist das Resultat von verantwortungsloser Zucht bei der verbotene Farbverpaarungen durchgeführt werden. Der kleine Blue ist inzwischen schon Elfes ständiger Begleiter, immer auf der Hut wo sie sich befindet und nichts entgeht ihm, er hat immer alles im Blick. Auch mit den anderen Hunden versteht er sich blendend und ist schon der Hahn im Korb. Wenn er mit den anderen im Garten herumläuft kann Elfe sich kaum satt sehen, so sehr sticht er aus dem Rudel heraus durch seine Farbe und Gestalt, er sieht fast ein wenig aus wie ein Hündchen aus einem Comicheft. Am darauf folgenden Tag fährt Elfe mit Blue wieder zum Petshop, sie teilt der Besitzerin mit dass Blue taub ist. Die Frau testet es nun auch durch Klatschen an seinem Ohr und tut überrascht. Sie meint Elfe solle den Hund wieder da lassen und sie wird ihn zurück nach Bangkok zu dem Händler schicken. Das kommt natürlich für Elfe überhaupt nicht in Frage! Was würde dann aus ihm werden? Unausdenkbar... außerdem hat sie ihren Blue ja schon so ins Herz geschlossen, niemals könnte sie den lieben kleinen Kerl wieder hergeben. Das sagt sie auch der Frau, aber sie betont auch dass ein tauber Hund eigentlich nicht so viel kosten dürfe... Nach einigem hin und her ist die Shopbesitzerin dann bereit noch einen Sack Trockenfutter für Blue draufzugeben, vom Preis kann sie jedoch nichts nachlassen, zu hoch seien ihre Ausgaben für ihn bereits gewesen. Elfe ist damit auch zufrieden, das wichtigste ist doch dass Blue es nun gut hat und trotz seiner Taubheit ein liebevolles Zuhause gefunden hat. Einige Tage später stellt Elfe Blue dem Tierarzt vor. Er ist ganz angetan von little Blue und macht auch noch einen Test mit einer Stimmgabel der leider auch negativ ausfällt. Ansonsten ist Blue soweit gesund, nur ist er recht dünn und sein Knochenbau nicht perfekt. Man könne aber alles durch gute Haltung beheben, wofür Elfe natürlich gerne sorgt. Das war vor 2 Jahren und 4 Monaten, Blue ist schon längst zu einer stattlichen Dogge gereift und ein ganz lieber verschmuster Bursche. Seine Taubheit ist kein Problem, er ist immer auf Draht und versäumt nichts, außer er schläft mal und selbst dann wacht er nach spätestens 3 Minuten auf wenn sich etwas Interessantes in seiner Umgebung tut - also hat er anscheinend den 6. Sinn!
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