Hundeproblematik in Thailand
Wer schon einmal hier in Thailand war, der weiß es - es wimmelt hier nur so von Hunden. Die Thais mögen Hunde allgemein, zu fast jedem Haus gehört auch mindestens ein Hund. Die Thai Hunde sind in der Regel sehr robust und bei guter Fütterung bleiben sie meist auch gesund. Eigentlich führen die Hunde hier, welche gut versorgt werden, ein schönes leben. Sie können sich frei bewegen und natürliche Rangordnungen mit Nachbarshunden bilden. Natürlich bedeutet das auch, dass sie dadurch ständig den beschriebenen Gefahren ausgesetzt sind.
Da so gut wie alle der Hunde frei leben, sterben jedoch leider viele im Straßenverkehr. Die Thais kennen da wenig Verantwortungsbewusstsein, auch besonders was die Kastration der Hunde anbelangt. So vermehren sie sich uferlos, jedoch viele der Welpen sterben schon früh an Krankheiten oder durch Unfälle - also natürliche Auslese.
Ein großes Problem hier stellen die Fliegen dar. Eine kleine Wunde oder ein kleiner Kratzer genügen und sie legen ihre Eier hinein. Die Maden fressen dann schnell große Löcher in das Fleisch und bis in die Organe, wenn keine Hilfe kommt. Im fortgeschrittenen Stadium stinkt der Hund natürlich extrem und die Thais vertreiben ihn lieber als ihm zu helfen, das habe ich leider oft erlebt. Viele Welpen sterben an den Verletzungen durch die Maden, erst haben sie kleine Wunden, durch Flohbefall hervorgerufen, und dann kommen die Fliegenmaden.
Ein weiteres Problem sind die Zecken die überall lauern. Sie übertragen Blutparasiten wie Babesiose und Ehrlichiose. Diese zerstören die roten Blutkörperchen und die Hunde bekommen Fieber und Organ- und Nervenschädigungen, bis hin zu Lähmungen. Wir hatten auch immer wieder Zecken und es war mühselig alle Hunde jeden Tag abzusuchen, da ließen wir das gesamte Gelände und Haus mit einem Zeckengift einnebeln und seither war keine Zecke mehr gesehen.
Mehr umsorgt werden dagegen die Rassehunde, wie z.b. die beliebten Pudel, Shi Tzu, Pinscher, Golden Retriever, Pitbull etc.
Leider gibt es hier so gut wie keine verantwortungsvollen Züchter, die absatzträchtigen Rassen werden bis zum Exzess vermehrt und nicht auf Gesundheit oder irgendwelche Richtlinien geachtet.
Meine Dogge Blue ist das beste Beispiel, er wurde aus gefleckt/gefleckt Verpaarung gezüchtet, was ja nach dem Standard verboten ist, und ist leider taub. Als ich die Verkäuferin daraufhin ansprach meinte sie nur, da fallen nicht so viele schwarze und Thais mögen keine schwarzen Hunde, nur weiße und gefleckte verkaufen sich gut...
Viele der Rassehunde wie Deutsche Schäferhunde, Bernhardiner oder Huskies sind auch nicht für das feucht-heiße Klima hier geeignet und leiden natürlich darunter.
In den Touristengebieten Thailands sieht man seltener abgemagerte Hunde, Futter und Abfälle sind da meist ausreichend, die Hunde magern erst ab, wenn sie durch Krankheiten nicht mehr in der Lage sind an Futter zu kommen oder es sich zu erkämpfen. Bei Mangelernährung oder zu einseitiger Ernährung (Reis) bekommen viele Hunde Räude und leiden sehr unter dem quälenden Juckreiz, auch fallen alle Haare aus und in der Regenzeit bedeutet dass sie sehr frieren, besonders nachts. Auch werden Hunde oft vergiftet, besonders von Hotels, die meinen ihre Gäste fühlen sich durch die Hunde belästigt.
In Bangkok gibt es Hundeheime in die Straßenhunde gebracht werden. In Touristengebieten wie Puketh oder Koi Samui gibt es Organisationen, von Ausländern gegründet und betrieben, die Straßenhunde retten, verarzten, kastrieren und entweder wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückbringen oder wenn das nicht möglich ist, sie in Tierheimen behalten.
Im Norden Thailands gibt es nicht so viele Hunde, dort ist es auch noch ein sehr verbreiteter Brauch, Hundefleisch zu verzehren.
Thai Hunde
Es gibt 2 spezielle Hunderassen in Thailand, der Thai Ridgeback und der Bangkaew. Diese Rassen gibt es seit vielen hundert Jahren und gelten als primitive Hunderassen. Das bedeutet sie zeigen ein ausgeprägtes Rudelverhalten, scheue gegenüber Fremden, sind sehr verspielt und agil, Futter- und Besitzaggressiv, sehr sozial und sehr am Besitzer orientiert. Sie sind außerordentlich intelligent, zeigen noch ausgeprägtes Instinktverhalten, wie graben, klettern, jagen, fischen, Schlangentöten etc.
Die Pariah Hunde haben sich natürlich in den letzten Jahrzehnten auch mit den fremden Hunderassen gekreuzt und so gibt es sie in allen erdenklichen Farben, Grossen, Formen und Fellarten.
die Straßenhunde Thailands sind Pariah Hunde, die ältesten Hunde der Erde, wie der Basenji in Afrika und die Dingos in Australien.










